Warum das Konsensprinzip so wichtig ist und wie es juristisch funktionieren kann.

Ich wurde vor kurzem eingeladen eine Diskussion für die Kolumnisten mit Arne Hoffmann – einem der führenden Männerrechtsaktivisten – zu führen. Während wir uns im zweiten Teil der Diskussion einig waren, in dem Arne wie ich fordern, dass männliche Opfer gesellschaftlich anerkannt werden sollen, waren wir uns bei der Frage nach dem Konsensprinzip überhaupt nicht einig. Ich wurde in diese Diskussion eingeladen, weil ich als Opfer sexueller (und häuslicher) Gewalt zu einem starken Verfechter des Konsensprinzips geworden bin und Arne dieses ablehnt.

In dieser Diskussion habe ich in jede meiner Antworten mehrere Stunden Zeit für Recherchen investiert und noch ein Mal viel besser verstanden, warum ein Verstoß gegen das Konsensprinzip als Grundlage zur gesetzlichen Definition von Vergewaltigung so wichtig wäre. Mir wurde viel klarer als je zu vor, warum die Meinung von Arne so gefährlich ist. Leider teilen in meiner Wahrnehmung eine überwiegende Anzahl an Männern und – wie ich kürzlich feststelle – auch einigen Frauen Arnes Ansichten. Deshalb mag ich hier noch ein Mal ausführlich darüber schreiben.

Es läuft bei dieser Frage auf ein philosophisches Problem hinaus. Wie kann ich sicher sein, dass ein andere Mensch und ich den gleichen Wunsch haben und ab wann kann ich von Einvernehmlichkeit sprechen? Zunächst aber eine Zusammenfassung der Debatte und etwas gesellschaftlicher Kontext. In Arnes erster Antwort pflichtete er mir bei, dass Sex einvernehmlich statt finden solle. Auf mehrfaches Nachfragen konnte er mir jedoch einfach nicht erklären, wie er ohne das Konsensprinzip sicherstellen kann, ob der Geschlechtsakt einvernehmlich statt findet oder nicht? Arne verweist auf viele Studien und Meinungen von Menschen mit irgendwelchen akademischen Titeln, die belegen, dass es ja zur erotischen Verführung gehören würde ein NEIN zu übergehen. Er definiert dabei Konsens als das Ausbleiben von Gegenwehr. So ist auch in der noch aktuellen Gesetzgebung der Begriff „Vergewaltigung“ definiert. Dass dies nicht mehr zeitgemäß und vor Gericht schwierig zu beweisen ist zeigt die öffentliche Debatte und der Trend die Gesetzgebung im sexualstrafrecht dahingehend zu verändern, dass ein NEIN endlich als NEIN gelten soll. Im Falle eines ignorierten NEINS wäre bereits von einer Vergewaltigung zu sprechen. Diese geplante Gesetzgebung wird aber gerade von Juristen scharf kritisiert, da die Beweisbarkeit vor Gericht zum Problem wird, bzw. ein Problem bleibt.

Menschen wie ich schlagen vor, Sex unter Verbot zu stellen, es sei denn alle beteiligten Personen willigen explizit ein. Dabei geht es nicht darum, wiederwillig das Wort JA zu hören, wie manch ein Gegner des Prinzips fälschlicherweise zu glauben scheint. Nein es geht einfach um das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, Freiheit, Würde und Zustimmung aus freien Stücken.

Dabei ist eine Gesetzliche Erweiterung des Vergewaltigungsparagraphen übrigens nicht nur wünschenswert und notwendig, sondern sie ist auch auf Grund des 1. Artikels in unserem Grundgesetzes ein moralischer Imperativ:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Eine Reglung, die Gewalt beinhaltet hat meiner Meinung nach mit Würde nicht viel zu tun.

Wie kann das nun funktionieren? Oft lese ich von Kritikern, dass der folgende Dialog jegliche Erotik aus dem Spiel nimmt. Ich habe mich hier mal an das Klischee des aktiven Manns gehalten. Der Dialog hätte auch mit umgekehrter Rollenverteilung statt finden können:

Mann: „Darf ich dich anfassen?“
Frau: „Ja“
Mann: „Darf ich dich küssen “
Frau: „Ja“
Mann: „Darf ich dich ausziehen? “
Frau: „Ja“
Mann: „Darf ich deinen Busen küssen? “
Frau: „Ja“
Mann: „Darf ich in dich eindringen? “
Frau: „Ja“

Auch wenn der Dialog ein Einvernehmen symbolisiert, wirkt er auch auf mich nicht sonderlich spannend sondern in der Tat mechanisch. Auch das Einvernehmen könnten wir in Frage stellen, denn vielleicht hat sich die Frau einfach verpflichtet oder gedrängt gefühlt immer JA zu sagen. Wie könnte es nun auf eine erregende Art und Weise funktionieren?

Bleiben wir der Einfachheit haltbar mal bei der Rolle des aktiven Mannes (wobei das auch eine starke Annahme ist, die in Frage zu stellen wäre) und fangen wir mit einer Ich-Botschaft an:

Mann: „Ich genieße unser Gespräch und die Zeit mit dir und fühle mich sehr zu dir hingezogen. Ich bin neugierig, was du empfindest!“
Frau: „Mir geht es ganz ähnlich, die Zeit mit dir ist anregend und und vergeht wie im Fluge! In deiner Nähe fühle ich mich sehr wohl!“

Mann: „Ja die Nähe zu dir finde ich echt toll und würde das gerne auch körperlich zum Ausdruck bringen. Berührungen sind ja eine weitere Sinnerfahrung. Für mich wäre es ok, mich dir zu öffnen und noch mehr Nähe zuzulassen.

Frau zeigt dem Mann entweder durch eine Berührung ihre Zustimmung oder sagt etwas wie: „Ja ich bin neugierig und voll Vorfreude! Streichle mich doch, wenn du möchtest“.

Mann: „Hmmm, das ist intensiv für mich und fühlt sich sehr vertraut und schön an!“

Frau: „Oh ja für mich auch! Wunderbar.“

Mann: „Von mir aus können wir gerne etwas intimer werden!“

Frau: „Du kannst ja mal probieren mich zu küssen!“

Mann: „Wenn das so weiter geht, verliere ich jeglichen Scham und werde grenzenlos….“

Frau: „Das ist bei mir schon längst passiert! Nimm mich.“

Ich weiß nicht wie es euch geht aber mit etwas Vorstellungskraft stelle ich mir diese Art von Konsensherstellung sehr sexy vor. Überhaupt nicht mechanisch und vor allem auch einfach antörnend. Natürlich bleibt hier, wie bei der aktuellen Gesetzlage, das gleiche Problem der Beweisbarkeit. Hat so ein Dialog nun statt gefunden oder nicht? Doch nur weil ein Gesetz schwierig zu kontrollieren ist, verbietet uns niemand es zu erlassen! Man denke an den aktuellen Vergewaltigungsparagraphen, bzw. die geplanten Veränderungen. Dennoch könnte ein Partner in diesem Fall vor Gericht behaupten, dass niemals auf diese oder ähnliche Art und Weise Konsens hergestellt wurde. Aber wie ich in der Diskussion mit Arne bereits sagte, hat ein Gesetz ja auch eine Signalwirkung.

Wie also lösen wir das Dilemma? Stellen wir uns die folgende, rollenneutrale Weiterführung des Dialogs vor (Dem Leser sei der Zeitpunkt in seiner Vorstellung überlassen).

Person x: „Ich genieße es dir so nah und intim sein zu dürfen. Das finde ich etwas sehr wertvolles. Deshalb möchte ich diese Intimität auch schützen. Ich kann mir nicht sicher sein, ob du dich in Momenten körperlicher Nähe wirklich wohl fühlst und weiter gehen möchtest.“

Person y: „Danke, dass du meine Würde so respektierst und wertschätzt. Umgekehrt geht es mir bei dir genau so!“

Person x: „Dennoch würde ich gerne auch mal einen Kick im Schlafzimmer haben und versuchen zu dich zu verführen, wenn du dich rar machst und zurück ziehst.“

Person y: „Oh, das ist spannend, durch die Ungewissheit entstünde ja noch mal ein ganz anderer Reiz!“

Person x: „Auf jeden Fall. Doch ich kann nicht wissen, wenn du NEIN sagst, ob du dich bedrängt fühlst, wenn ich weiter mache oder ob du nur spielen wolltest. Es macht mir Sorgen somit aus Versehen deine Grenzen zu überschreiten.“

Person y: „Das kann ich verstehen, ist aber ein lösbares Problem. Ich gebe dir hiermit bis ich es mir anders überlege meinen Konsens die Initiative zu ergreifen und auch Mal eine ablehnende Geste von mir zu übergehen, allerdings nehme ich mir das Recht heraus das Signalwort MAYDAY oder SOS zu verwenden. Damit kann ich dir signalisieren, dass es für mich gerade nicht angenehm ist und ich mir wünsche, dass du aufhörst.“

Person x: „Das finde ich eine gute Idee und umgekehrt können wir das gerne genauso machen. Was hälst du davon, wenn wir auf unseren Nachttischen jeweils ein Ampelsystem aus Kärtchen oder farbigen Gegenständen aufbauen. Durch Grün signalisieren wir, dass alles ok ist. Rot heißt ‚heute mag ich meinen Abstand‘ und Gelb bedeutet ‚Du darfst dir gerne Mühe geben und bei Erfolg bin ich dabei.‘ Wichtig ist, dass gerade bei Gelb aber auch bei Grün unser Signalwort immer noch gilt.“

Person y: „Das ist ein toller Vorschlag und gibt mir ein gutes Gefühl. So können wir mit allen Facetten der Ablehnung spielen und können gleichzeitig darauf vertrauen, dass wir uns sicher und wertgeschätzt fühlen. Ich weiß deine einfühlsame Art echt zu schätzen und die macht mich heiß. Ich glaube ich stelle schon mal die grüne Karte auf…“

Zack! War doch gar nicht so schwer. Vielleicht waren die Dialoge etwas überspitzt und gekünstelt. Aber sie sind sicher machbar. Die kann man, wenn man schon über das gute Gefühl spricht auch aufzeichnen oder schriftlich fest halten. Aber genau diese Bürokratisierung finden viele ja abschreckend. Dabei verstehe ich das nicht. Wieso fällt es uns als Gesellschaft so schwierig, eine derartige Art von Vereinbarung zu verlangen, wenn 2 Menschen sich begegnen wollen? Wir haben in Deutschland jeden Quatsch durch Gesetze, Vorschriften und schriftliche Verträge geregelt. Aber das Einvernehmen darüber, ob jemand in die eigene Intimsphäre eintreten darf, da verlassen wir uns auf Gewalt als Zeichen der Ablehnung bzw. ausbleibende Gewalt als Zeichen der Zustimmung. Es wäre in vielen Fällen ein leichtes zu überprüfen, in wie fern in einer Beziehung oder bei einem sexuellen Kontakt Konsens explizit hergestellt wurde. Offensichtlich geht es dabei auch nicht darum auf irgend eine Art und Weise das Wort JA zu erzwingen. Wer jetzt sagt, dass wir damit die Unschuldsvermutung aufgeben, dem sage ich, dass dem nicht so ist. Hier wird niemand unter Generalverdacht gestellt. Nur bevor man den Beischlaf durchführt wird man eben in die Verantwortung genommen, sicher zu gehen, dass es für alle beteiligten OK und gewünscht ist!

Und warum ist das nun wichtig? Nehmen wir mal wieder mich als Beispiel.

Als ich damals einen sexuellen Übergriff erlebte war sehr offensichtlich, dass kein Konsens gegeben war. In einem schriftlichen Geständnis, welches meine Ex-Freundin verfasste, räumte sie ein, dass ihr bewusst war, dass kein Konsens herrschte. Sie verfasste das Geständnis übrigens als ich auf Grund des Übergriffes in eine Psychiatrie kam und mir dort zu nächst niemand zu glauben schien. Diesen verantwortungsvollen und mutigen Schritt rechne ich ihr trotz der Tat hoch an und ist für mich mehr Wiedergutmachung, als ich durch eine Anzeige erreichen könnte. Ich war zum Zeitpunkt des Übergriffes zwar freiwillig in der Wohnung meiner Ex-Partnerin, doch von meiner Seite aus war die Beziehung seit über 3 Monaten beendet. In dem Moment wo es passiert ist, war ich in einer Schockstarre und konnte mich nicht wehren und auch nichts sagen, da ich Angst hatte.

Seit 2 Jahren leide ich nun unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung, die in der Reha von der ich gerade nach Hause fahre noch ein Mal erneut diagnostiziert wurde. Ich habe Existenzängste und meine vorher gut laufende Promotion ist gefährdet. Alle Symptome einer Vergewaltigung haben zeitnah eingesetzt. Auch wenn ich an einer Anzeige, wegen des damals für mich sehr hilfreichen Geständnisses nicht interessiert bin, finde ich es bemerkenswert, dass meine Ex-Freundin trotz des Geständnisses und der Tatsache, dass sie mit vollem Bewusstsein und Absicht meine Grenzen überschritten hat mit der aktuellen Gesetzeslage vermutlich sowieso frei gesprochen werden würde, da ich mich nicht aktiv gewehrt habe. Als Opfer bin ich somit auch nicht gesellschaftlich anerkannt. Das könnte man erneut als einen Tritt gegen meine Würde interpretieren. Ob ich, wenn sich meine Posttraumatische Belastungsstörung verschlimmert und meine Erwerbsfähigkeit gefährdet ist, eine Opferrente erhalten würde ist fragwürdig. Auch der Sozialfonds sexuellen Missbrauchs würde wohl kaum greifen.

Schade eigentlich, dass wir als Gesellschaft so respekt- und würdelos mit Menschen umgehen, die auf Grund eines sexuellen Übergriffes eh schon genug leiden. Und schade, dass wir den vielen Opfern, die ähnliches wie ich erlebt haben nicht ein Mal zuhören. Das Hauptproblem fängt aber meiner Meinung nach da an, wo Menschen glauben, dass es ok ist mit anderen Menschen zu schlafen, ohne vorher expliziten Konsens sicher gestellt zu haben, denn diese Einstellung und Handlungen führen überhaupt erst zu solchen Traumata.

Gewalt durch Sexismus und Geschlechtrrollen

Junge oder Mädchen?
Junge oder Mädchen?

Wer ist Mädchen, wer ein Junge?

Zu dieser Frage Welches Foto einen Jungen und welches ein Mädchen zeigt, wird es am Ende des Artikels noch einen Hinweis geben. Die Tatsache, dass die Antworten von ca. 20 befragten Menschen ein klares Unentschieden auf diese Frage liefern, ist genau der wesentliche Punkt des Folgenden Artikels, der untermaueren soll, dass unsere Gesellschaft ein Sexismusproblem hat, welches sich in anerzogenen Geschlechterrollen ausdrückt.

Ich erwähnte, dass ich in der Reha jeden morgen mit meinem Tischnachbarn laufen gehe. Da er ca. 20 Jahre älter ist als ich benötigt er trotz seiner sportlichen Ader auf unserer 4 Kilometer langen Runde doch die ein oder andere Pause.

Gestern ist jedoch eine Frau in seinem Alter mitgekommen. Bereits im Vorfeld hatte er große Sorgen geäußert, dass er fitter werden muss, weil in der Klinik schon bekannt war, dass die Frau recht sportlich sei. Obwohl sie an einer sehr steilen Stelle – an der mein Partner bisher immer spaziert ist – auch das joggen unterbrochen hat, ist er dieses Mal durch gelaufen und hat auch sonst keine einzige Pause eingelegt.

Heute morgen waren mein Laufbuddy und ich wieder alleine und er hat wie gewöhnlich Pausen eingelegt. Ich sprach ihn darauf an, dass ich es beeindruckend finde, wie scheinbar die Anwesenheit einer Frau in ihm ganz andere Kräfte weckte. Er bestätigte mir, dass man(n) sich als Mann vor einer Frau ja nicht die Blöße geben könne und schlapp machen oder schwäche zeigen kann. Weitere männliche Bekannte bestätigten mir im Laufe des Tages, dass sie das ähnlich sehen würden und es auch an ihrem Ego kratzen würde, wenn eine Frau beim Sport besser wäre als sie. Leider konnte mir auf meine Nachfrage niemand so genau erklären warum das eigentlich so ist!

Diese Sichtweise ist für mich sehr erschreckend. Ein gesellschaftlich weit verbreitetes und anerlerntes Rollenbild führt dazu, dass gleich mehrere Menschen hierdurch auf verschiedene Art und Weisen leiden.

  1. Mein Laufpartner nimmt die Erschöpfung und körperlichen Schmerzen an seiner linken Wade in Kauf, da dieses Leiden ihm scheinbar geringer erscheint, als der für ihn erlebte Scham, der durch dieses erlernte Rollenbild kommt.
  2. Die Mitläuferin fühlt sich vielleicht schlecht, weil sie als einzige schwächelt und die Gruppe aufhält. Vielleicht denkt sie auch, dass die Frau wieder mal nicht stark genug war, um mitzuhalten und Teil zu haben.
  3. Frauen im Allgemeinen leiden unter Aktionen wie dieser, da sie verkörpern, dass Frauen den schwächeren und unterlegenen Teil der Gesellschaft darstellen würden.
  4. Wie in einigen anderen Artikel von mir dargelegt leiden aber auch wir Männer dadurch. Denn dieses Rollenverständnis erlaubt Männern auch nicht häusliche Gewalt zu erfahren oder eben Opfer zu sein.

Die Fotos am Eingang des Artikels sind ein weiteres Beispiel dafür, dass solche Rollenbilder, die zu sehr viel struktureller Gewalt führen (können), von klein auf anerzogen werden (müssen). Ich kann den beiden Kindern kein Geschlecht zuordnen, wenn ich nur das Gesicht ohne Frisur und äußere Merkmale achte. So geht es auch den anderen Menschen, die ich gefragt habe. Zwar geben die meisten einen Tipp ab, doch die Ergebnisse sind recht unterschiedlich.

Zeige ich aber das folgende Bild aus dem ich die Gesichter ausgeschnitten habe, so gibt es keine Diskussion mehr sondern ein eindeutiges Ergebnis:

Vom Gesicht kaum zu entscheiden wer hier Junge wer hier Mädchen ist. Vom Kleidungsstil eindeutig! Rechts sehen wir: Die junge Dame mit der Handtasche! Doch wo steckt die Gewalt in diesem Bild?

Was ist auf ein Mal anders geworden? Was hat geholfen diese Entscheidung nun einfacher zu treffen? Menschen treffen nun eine Entscheidung auf Grund der Frisur, der Klamotten, Farben, Accessoires und vielleicht sogar der bereits erlernten oder bewusst positionierten Körperhaltung. Alles Sachen, die von außen anerzogen angezogen werden. Meine Schwester hat ihrer neu geborenen Tochter anfangs gerne mal blaue Strampler angezogen und die Kommentare von fremden Menschen auf der Straße waren: „Och ist das ein süßer Junge!“

Ich weiß übrigens nur, dass auf dem Foto ein Junge und ein Mädchen ist. Wer was ist, weiß ich nicht und es ist mir auch egal. Wir sollten weiter daran arbeiten unsere Geschlechterrollen und gewaltvollen Erwartungen die daran gekoppelt sind endlich ein Mal aufzulösen.

Ein NEIN ist ein JA zu DIR SELBST! Gewalt unterbinden durch Grenzen mit Selbstwert!

Gewalt ist ein Arschloch! Nicht nur findet ein Konsensbruch zu einem Nein statt. Nein, sie sorg auch dafür, dass man immer weniger Nein sagen und keine vernünftige Grenze ziehen kann. So dass sich die Gewalterfahrungen im Zweifel erhöhen. Dabei wäre genau das Nein und die Grenze so wichtig, um sich vor weiterer Gewalt zu schützen.

Eine Grenze ist etwas ganz wertvolles!

Ein NEIN ist ein JA zu DIR SELBST.

Diesen sehr klugen Satz hat eine – mir unbekannte – Person ein Mal gesagt. Er ist durch Mund zu Mund Propaganda bis zu mir durchgedrungen. Ich habe tolle Erfahrungen mit ihm gemacht. In vielen Situationen habe ich es mittlerweile geschafft ein Nein hervor zu bringen und das hat mir sehr gut getan.

Das Problem ist nur, dass Gewalterfahrungen am Selbstwert zehren. Und Selbstwert ist nun ein Mal von essentieller Bedeutung, um ein Nein hervorzubringen. Denn eine Nein ist halt einfach ein Ja zu dir selbst. Wenn du dir es nicht wert bis ein Nein zu sagen, dann hast du schon verloren, dann gibt es plötzlich keine Erfolge mehr. Deswegen ist der Selbstwert eine der wichtigsten Zutaten, der wieder aufgebaut werden muss, wenn du häusliche oder sexuelle Gewalt erfahren hast.

Nachdem ich auf Grund eines Übergriffes in die Psychiatrie kam und mich zunächst fragte, warum ich jetzt eigentlich geisteskrank bin, da meine Täterin doch eigentlich die jenige ist, die meine Grenzen nicht achten konnte, war ich nach einigen Tagen in der Sporttherapie und verstand durch das folgende Ereignis sehr schnell, dass ich tatsächlich durch die Gewalterfahrungen krank geworden bin.

Wir sollten Fangen spielen mit einer Sonderregel. Wenn uns jemand fangen wollte konnten wir spontan einen Tiernamen sagen und waren dann immun und der Fänger musste sich ein neues Opfer suchen. Ich verstand den Sinn zunächst nicht aber jedes mal, wenn mich jemand fangen wollte, sagte ich belustigt einen Tiernamen und ließ mich einfach nicht fangen. Die Regel wurde ausgetauscht, in dem wir Hullahup Reifen auf dem Boden verteilten und in diese eintreten konnten. Innerhalb des Reifen waren wir auch immun. Immer noch war dieses Spiel für mich sehr einfach. Doch dann wurde die Regel erneut geändert. Diesmal reichte ein Nein! oder ein Stop!. Sobald man das sagte, wenn der Angreifer gerade da war konnte man nicht mehr gefangen werden und war geschützt. Der Reihe nach brachen Patienten inkl. mir zusammen. Ich ließ mich einfach fangen bzw. weinte heimlich. Ich hatte in der Tat verlernt eine Grenze zu ziehen und ein simples Nein über die Lippen zu bringen.

Auf Grund dieser Erlebnisse wurde mir Soziales Kompetenztraining verschrieben, wo es ganz klar darum ging Beziehungen zu gestalten, Bedürfnisse zu äußern und diese dann, wenn sie denn berechtigt und sozial akzeptiert sind, auch durchzusetzen. Eine andere Dimension war es Wünsche von anderen abzulehnen und Grenzen zu ziehen. In dem Training wurde der Satz: „Ein Nein ist ein Ja zu dir selbst nicht.“ nicht explizit genannt, aber er hätte wahnsinnig gut dort hin gepasst.

Seit 1 1/2 Jahren übe ich nun Grenzen zu ziehen, Nein zu sagen und meine Selbstwert zu erhöhen. Ich dachte eigentlich, dass ich darin schon recht gut geworden bin. Auch in der Reha habe ich schon einige Patienten getroffen, die damit noch deutlich mehr Probleme haben als ich. Dennoch merke ich, dass mir jedes Mal erneut die Tränen kommen, wenn ich nur über den Satz: „Ein Nein ist ein ja zu dir selbst“ nachdenke oder wenn ich sehe, dass jemand noch nicht in der Lage ist sein Nein durchzusetzen. Das sind für mich sozusagen wahre Trigger. Denn das Wort Nein ist mittlerweile zu einem der wichtigsten Worte in meinem Sprachgebraucht geworden.

Selbstwert steigern zur Heilung einer Posttraumatischen Belastungsstörung mit Rene gönnt sich!

Ich bin gerade in Reha und meiner Erwartunghaltungen wurden zunächst nicht erfüllt. Ich dachte, hier geht es stark um Traumakonfrontation in einem geschützten Raum mit viel EMDR und Integration. Bereits am ersten Tag erfuhr ich, dass das hier gar nicht passieren soll, sondern dass hier primär stabilisiert wird. Ich ging in mich und fragte mich, was ich jetzt daraus ziehen könnte. Fühlte ich mich doch durch meine konsequente Arbeit der letzten 1 ½ Jahre bereits recht stabil.

Ich stellte fest, dass mein Selbstwert, den ich mir in der Psychiatrie und auch danach so mühsam aufgebaut hatte in einzelnen Teilen in den vergangen Wochen und Monaten flöten gegangen ist und dass das auch zu mehr Symptomen führte. Also beschloss ich mir mehr Selbstwert zu geben, in dem ich hier viel lesen würde. Ich las im ABC der Gefühle über Angst eine Emotion, die ich recht gut kenne. Ärger, eine Emotion, die ich durch meine vermehrte Achtsamkeit immer häufiger spüre und Eigensinn, als etwas das nah am Selbstwert uns Menschen schützt.

Ich stellte folgenden Zusammenhang fest: Angst produziert Ärger (über die Angst). Ärger führt zu Selbstabwertung, die den Selbstwert angreift. Fehlender Selbstwert schürt die Angst, weil man ja eben Angst mit Trost und (Selbst)liebe begegnen kann. Um hier also stabiler zu werden schien es mir plausible an meinem Selbstwert zu arbeiten. Den kann ich mir ja selbst geben in dem ich mir zum Beispiel mal ordentlich gönne. Das habe ich als Ziel neben mehr Achtsamkeit üben mit den Therapeuten besprochen, die darauf hin meine Reha erst mal um eine Woche verlängert haben, weil sie meinten, wenn man so gute Ziele hat, sollte man sich besser nicht direkt überfordern, sondern sich seinen Raum nehmen.

Somit bin ich jetzt an den Punkt gekommen mir hier mit viel Achtsamkeit und ganz bewusst zu gönnen. Das heißt insbesondere wieder mehr Sachen zu tun, die mir gut tun! Aber auch darauf zu achten, dass ich sie mir so angewöhne, dass ich sie in meinen Alltag übernehmen kann. Angefangen hat das zum Beispiel mit dem morgendlichen Joggen und einer Wandertour am Wochenende im Paradies in Bad Wildungen oder auch einer viel ausgewogeneren Ernährung.

Da ich mir kurz vor der Reha ein neues Spielzeug – nämlich eine Legria – zugelegt habe, kam ich auf die Idee, meine selbstwertsteigernden Sachen mit anderen Menschen zu teilen, weil es ja vielleicht inspirierend sein könnte, somit könnt ihr euch auch direkt 2 Videos zu den Aktivitäten anschauen, von denen ich gerade geschrieben habe:

Ich stelle diese Aktivitäten auch in den Kontext von (Konsum)schulden. Das hat 2 Gründe. Erstens ist Selbstwert steigern und sich in diesem Sinne gönnen eine Sache, die kein Geld kostet. Außerdem habe ich beobachtet, dass Verschuldung eine hohe Korrelation mit psychischen Erkrankungen zu haben scheint. Und diesen wird ja eben oft durch den Aufbau des Selbstwertes begegnet. Ähnlich kann ich mir vorstellen, dass ein besserer Selbstwert auch eine gut Säule im Kampf gegen die Verschuldung ist. Es erscheint mir also sinnvoll mein Wissen, was ich gerade erlerne, kräftige und stärke direkt auf dem Youtube Kanal von meiner Freundin und mir unter der Playliste Selbstwert steigern mit Rene gönnt sich zu veröffentlichen. Eine Sache die mir letztlich auch einfach Spaß macht und somit auch zu meinem Selbstwert beiträgt.

Etappensieg bei Diskriminierung durch Staatsgewalt: Eine Kontrolle in Anknüpfung an die Hautfarbe sei unzulässig.

Ich war gestern als Zeuge vor dem Oberverwaltungsgericht wegen der folgenden Angelegenheit: Eine dunkelhäutige, deutsche Familie wurde am 25.1.2014 in einem Zug von Bingen nach Koblenz kontrolliert und es fand ein Abgleich der Ausweispapiere mit den Polizeidatenbanken statt. Auf die Nachfrage der Familie, warum ausgerechnet diese kontrolliert wurde, gaben die Polizeibeamten an, dass in dem Zug stichprobenartig noch weitere Passagiere untersucht werden. Dazu ist es jedoch nie gekommen. Die Familie empfand dieses Verhalten der Polizisten als einen Verstoß gegen Artikel 3 des Grundgesetzes (Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich), klagte und bekam Recht. Da die Pressemitteilung zum Urteil (Aktenzeichen: 7 A 11108/14.OVG) ziemlich kompliziert zu lesen ist und ich dabei war, möchte ich erklären, was genau passiert ist. In dem Fall geht es zwar nicht um häusliche Gewalt. Da ich mich in diesem Blog auch für die Umsetzung von Artikel 3 des Grundgesetzes stark mache, habe ich mich entschieden, dass meine Erlebnisse hier thematisch passen.

Der Artikel ist in die folgenden 6 Abschnitte gegliedert. Zunächst berichte ich nochmal, was ich am 25. Januar beobachtet habe. Anschließend erzähle ich von meinen gescheiterten Versuchen, das Videomaterial des Zuges als Beweismaterial sicher zu stellen und eine Anzeige bei der Polizei zu stellen. Ich berichte dann was ich vor Gericht erlebt habe und wieso meine Zivilcourage und Dienstaufsichtsbeschwerde wohl von entscheidender Bedeutung war. Anschließend versuche ich (als nicht Jurist!) das Urteil einzuordnen und möchte schlussendlich noch meine eigene Bewertung und Gedanken dazu teilen.

Was habe ich am 25. Januar beobachtet?

Am einfachsten ist es wohl, wenn ich meine Dienstaufsichtsbeschwerde, die ich bei der Polizei am 27. Januar gestellt habe noch ein Mal hier mit der Öffentlichkeit teile:

Sehr geehrter Herr Weber,

im folgenden möchte ich mich gerne über das diskriminierende Verhalten von zwei Polizeistreifen am 25.1.2014 beschweren.

1. Fall:

Ich bin am 25.1.2014 um 12:16 in Bingen am Rhein in die Mittelrheinbahn MRB25326 gestiegen. Dort hat eine Polizeistreife eine dunkelhäutige Familie nach ihren Ausweispapieren gefragt.

Die Familie ist dem Wunsch der Polizei direkt nachgekommen hat jedoch gefragt, warum gerade sie überprüft wird. Als Antwort entgegnete einer der Beamten, dass es sich um Routineuntersuchungen im Zug handeln würde und dass stichprobenartig auch noch andere Passagiere untersucht werden.

Hierzu ist es jedoch nie gekommen. Die Polizeistreife hat noch ca. 5 Minuten im Zug gestanden und ist um 12:25 in Niederheimbach ausgestiegen.

Ich empfand diese Situation als äußerst ungerecht, diskriminierend und unverhältnismäßig.

2. Fall:

Bei der Ankunft in Koblenz im selben Zug am 25.1.2014 um 13:08 stieg eine weitere Polizeistreife ein. Die Familie erkundigte sich bei der Polizeistreife, ob das Vorgefallene und Erlebte normal sei und bei wem man sich beschweren könnte.

Anstatt Auskunft zu geben (z.B. darüber, dass eine Dienstaufsichtsbeschwerde bei Ihnen – also dem Polizeipräsidenten – eingelegt werden könnte) war die Polizeistreife in Koblenz wenig hilfreich. Das Erlebte wurde herunter gespielt. Erst als ich mich in das Gespräch einbrachte und bestätigte, dass das Vorangegangene und von mir beobachtete Verhalten in der Tat sehr fragwürdig war, wurde das Wort gehört.

Dennoch war die Reaktion, dass man nun in Koblenz sei und nichts machen könne, weil es ja vermutlich eine Streife vom Mainzer Präsidium war und man dort einmal anrufen könnte.

Während die Familie meine Kontaktdaten als potentieller Zeuge entgegen genommen haben, ist die Koblenzer Polizeistreife wieder verschwunden. Ich kann mich nicht daran erinnern, wie die Verabschiedung statt gefunden hat.

Auch in diesem Fall erschien mir das Verhalten Ihrer Mitarbeiter nicht korrekt.

Leider habe ich mich selbst in der Situation nicht gut verhalten und habe keine Dienstnummern Ihrer Mitarbeiter erfragt. Mir wurde das Ausmaß der Situation auch erst im Laufe des Tages voll und ganz bewusst.

Bei einer gestrigen Zugfahrt habe ich erfahren, dass es Videoüberwachungen in der Mittelrheinbahn gibt. Vielleicht kann eine Videoaufzeichnung helfen, den Sachverhalt (ausschliesslich die dunkelhäutige Familie wurde untersucht) festzustellen.

Mit freundlichen Grüßen Rene Pickhardt

Wie habe ich reagiert und wie bin ich gescheitert?

Während der Kontrolle habe ich also gar nicht reagiert, außer dass ich etwas achtsamer wurde. Insbesondere war ich neugierig, ob die Polizisten ihrer Aussage nachkommen würden und tatsächlich noch andere Passagiere untersuchen. Nachdem ich am nächsten Tag erneut mit der Mittelrheinbahn gefahren bin habe ich mich beim Zugpersonal nach den Videoaufzeichnungen informiert. Mir wurde mitgeteilt, dass diese innerhalb von 48 Stunden gelöscht werden es sei denn die Polizei fragt diese an.

Ich erkannte das Dilemma. Würde die Polizei bei einer Klage gegen die Polizei ihre Macht nutzen und die Beweismittel sicher stellen? Ich erkundigte mich auf der Webseite der Polizei und in diversen Webforen was zu tun ist. Am Vormittag des 27.1.2014 rief ich mehrfach (ich erinnere mich nicht mehr an die Anzahl) bei diversen Polizeistellen und auch noch ein Mal bei der Betreibergesellschaft der Mittelrheinbahn an. Die Polizeistellen verwiesen darauf, dass man einen richterlichen Beschluss bräuchte, um das Videomaterial sicher zu stellen und dieser sicherlich nicht innerhalb von 48 Stunden zu bekommen sei. Mein einziger Weg dahin sei eine Dienstaufsichtsbeschwerde, die aber sicherlich nicht so schnell behandelt werden würde, dass die Video-Aufzeichnungen noch sicher gestellt werden können. Die Betreibergesellschaft betonte hingegen, dass auf Grund von Datenschutz und Privatsphäre das Videoband nur sicher gestellt werden könne, wenn die Polizei danach fragt. Auch auf meine Aussage, dass es hier eben um ein potentielles Verbrechen der Polizei ginge und die Polizei sich im Moment nicht kooperativ zeigt, wurde nicht weiter eingegangen.

Ich gab auf, stellte aber – ohne die Hoffnung, dass es noch etwas helfen würde – die Dienstaufsichtsbeschwerde beim Polizeipräsidenten. Auf die Mail bekam ich erst Tage später eine Antwort, dass sie sogar an die falsche Adresse geschickt gewesen sei – obwohl ich diese exakt so am Telefon im Gespräch mit der Polizei erfragt hatte. Die Beschwerde sei nun weiter geleitet worden und ich hörte nie wieder etwas davon.

Randnotizen:

  1. Wofür haben wir eigentlich Videoüberwachung, wenn die Bänder so schnell gelöscht werden, dass man nie dran kommt?
  2. Ich erwog auch bei der Polizei zu lügen und zu behaupten ich hätte eine Messerstecherei oder einen Raubüberfall in dem Zug gesehen, um dieses blöde Videoband sicher zu stellen. Jedoch hatte ich die Vermutung, dass ich neben dem Band auch eine Menge Ärger bekommen würde und ich hatte einfach nicht den Mut, für diese vermeintliche Notlüge.

Was ist vor Gericht passiert?

Der Fall wurde zu einer Art Politikum. Auf ein Mal war die Frage wichtig, ob die Polizisten die Familie zu erst auf Englisch oder Deutsch angesprochen haben, weil man dann davon ausgehen könnte dass sie Touristen sein, die evt. ihr Visum überstrapazieren. Auch wurde gerätselt ob direkt nach den Ausweisdokumenten gefragt wurde oder ob es erst noch eine leichtere Form der Befragung gab. Seitens der Verteidigung wurden Lagekenntnisse und statistische Daten der Polizei über Flüchtlingsströme herbeigeführt, die den Beamten implizit eine nahezu an James Bond erinnernde Kompetenz zusprachen.

Die Verteidigung in Form von Professor Dr. irgendwem (sorry ich habe den Namen vergessen, weil er ja auch der Verteidigung unwichtig zu sein schien, wenn man sich hinter Titeln verstecken musste) probierte sowohl in meiner Befragung mir Worte in den Mund zu legen („Herr Pickhardt Sie dachten doch auch, dass es sich um Touristen handelt…“), als auch anschließend in deren Plädoyer. Außerdem wurde meine Einschätzung, dass die Polizisten eine Weile im Zug standen und locker noch 1 oder 2 Befragungen hätten durchführen können diskreditiert. Ich bin beeindruckt, dass man als Anwalt vor Gericht so eiskalt lügen und manipulieren darf.

Was irgendwie kaum passierte ist, dass außer Seitens der Familie jemand mal das Wort Rassismus in den Mund nahm. Selbst ich kam bei meiner Befragung nicht wirklich dazu. Dabei war das doch genau das worum es eigentlich ging.

Warum meine Zivilcourage wichtig war!

In meiner Befragung musste ich auf viele Detailfragen antworten, dass ich mich nicht mehre erinnern kann. Wie auch nach 2 Jahren. Was das Gericht aber überzeugt hat- so wurde mir das zumindest von Seiten der Anwälte erklärt – ist die Tatsache, dass ich völlig unabhängig, der Sache nachgegangen bin, es ein schriftliches Dokument über meine Beschwerde gab und das Videomaterial nicht gesichert worden ist – was auf Wunsch der Polizei einen Anruf und ohne richterlichen Beschluss geht. Meine Rolle als dritter beobachtender, der die Situation auch so stark diskriminierend eingeschätzt hat, dass er aktiv wurde hat die Verteidigungsversuche der Beklagten diskreditiert. Entsprechend bin ich auch heilfroh, dass ich die Videomaterialen nicht unter einem Vorwand sicher gestellt habe.

Einordnung des Urteils.

Das Ganze schien auch komplex, weil hier Europarecht, Polizeirecht und das Grundgesetz mit gewissen Inkonsistenzen aufeinander prallten. Ich erinnere noch mal an die James Bond artigen Kompetenzen der Polizisten, denen Seiten der Verteidigung also auch eine vollständige Kompetenz über die Abwägung dieser rechtlichen Fragen hinsichtlich ihrer Entscheidung die Familie zu untersuchen zugesprochen wurde.

Letztlich hat das Gericht jedoch ganz klar folgendes festgestellt (Quelle):

Bei Würdigung des gesamten Sachverhalts […] habe der […] Senat nicht die Überzeugung gewinnen können, dass die Hautfarbe der Kläger für ihre Kontrolle nicht zumindest ein mitentscheidendes Kriterium gewesen sei.

und etwas später:

Eine Auswahl der Personen bei Kontrollen zur Unterbindung unerlaubter Einreisen, für die die Hautfarbe der Personen das alleinige oder zumindest ein ausschlaggebendes Kriterium sei, verstoße nach der Rechtsprechung des Senats gegen das Diskriminierungsverbot des Art. 3 Abs. 3 Satz 1 GG.

Auf gut Deutsch heißt das jetzt wohl: Wir wissen zwar nicht so genau, warum die Familie untersucht wurde, ABER: Wenn eine Polizeistreife im Zug eine dunkelhäutige Person oder Familie untersucht, muss sie entweder auch noch eine weitere Kontrolle an einer hellhäutigen Familie oder Person durchführen oder aber in dem Zug müssen mehrere dunkelhäutige Reisende sein, die nicht kontrolliert werden. Nur so ließe sich nämlich sicherstellen, dass die Hautfarbe nicht ein ausschlaggebendes Kriterium sei.

Das ist eine sehr grundsätzliche Aussage im Bezug auf Gleichheit und Antidiskriminierung und die Wichtigkeit von Artikel 3 des Grundgesetzes. Oder um es mit dem Worten des Anwalts der Kläger zu sagen:

Mit diesem Urteil haben wir ein Stück Geschichte geschrieben.

Meine eigene Gedanken dazu

Ich bin sehr froh nicht gelogen zu haben, um das Videoband sicher zu stellen. Die Anwälte der Klägerseite waren in der Pause des Verfahrens zwar zuversichtlich, dass die Familie zwar Recht bekäme, dass die Untersuchung unzulässig sei allerdings wohl kaum, weil es sich um Racial Profiling, sondern eher um irgendwelche Normfehler gehandelt haben müsse. Meine Zeugenaussage und vor allem die aktenkundige Dienstaufsichtsbeschwerde hatten jedoch – so die Aussage der Anwälte – jeglichen Verteidigungsversuch der Polizisten stark diskreditiert, so dass das Gericht auf viel grundsätzlicherer Ebene entscheiden musste bzw. konnte. Ich lerne daraus 2 Dinge: 1.) Ehrlich währt am längsten und 2.) Video Überwachungen sind völlig unnötig.

Bedenklich finde ich jedoch, dass eine Klage der Familie alleine vermutlich nicht eine so grundsätzlich bedeutende Entscheidung ermöglicht hätte und dass meine Beschwerde alleine gar nichts gebracht hätte. Wie oft mag schon etwas ähnliches passiert sein, wo nur einer aktiv wurde und nicht 2 Parteien. Also Leute: Mund auf machen hilft!

Auch die Tatsache, dass die Polizei kollektiv (bewusst oder unbewusst) dazu beigetragen hat, dass Beweismittel nicht sicher gestellt wurden stimmt mich nachdenklich. Auch die Tatsache, dass dieser Punkt nicht wirklich verhandelt wurde und jetzt einfach so als „Kollateralschaden“ bleibt ist für mich befremdlich. Ich meine wer kontrolliert bei aller Gewaltenteilung in unserem Rechtsstaat eigentlich die Polizei?

Ich möchte an dieser Stelle die exzellente Arbeit der beiden Anwälte Sven Adam und Alexander Tischbirek hervorheben. Sven Adams arbeitet bei Fällen wie diesem kostenlos Pro Bono und wirkte auf mich als sei er tief in der Materie. Ihm ging es meiner Meinung nach wirklich um Gerechtigkeit und nicht ums gewinnen. Alexander Tischbirek arbeitet ehrenamtlich für das Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V. wo man auch viele weiterführende Informationen zu dem Fall findet. Auch wenn beide mir sagten, dass meine Zivilcourage wichtig war, möchte ich betonen, die Courage der Kläger Anklage zu erheben und das Engagement der beiden Anwälte in meinen Augen mindestens den gleichen Wert hatten und so zu diesem schönen und gerechten Ergebnis beitragen konnten.

Enam Obi, Rene Pickhardt und William Obi
Selfie mit den Klägern nach der Urteilsverkündung! Strahlende Freude, wenn Gerechtigkeit funktioniert!

Persönlich ist es mir sehr wichtig zu betonen, dass meine Ex-Freundin durch die ich häusliche Gewalt erlebt habe und die in diesem Blog naturgemäß negativ dargestellt wird innerhalb der Beziehung einen starken positiven Einfluss auf mich hatte. Ohne ihre soziale Art, ihren Fokus auf Moral und Ethik sowie ihre Unterstützung in dem konkreten Fall hätte ich wohl nicht probiert das Videomaterial zu sichern und hätte auch keine Dienstaufsichtsbeschwerde geschrieben. Die Familie und die Anwälte auf der Seite der Kläger haben mir nach dem Verfahren mehrfach auf die Schultern geklopft und betont, dass sie meine Zivilcourage beachtlich finden. Auch wenn ich letztlich derjenige war, der es gesehen hat und gehandelt hat, war es doch auch meine Ex-Freundin, die mich über Jahre auf Diskriminierungsprobleme und Fragen der Gerechtigkeit aufmerksam gemacht hat und mir auch in dieser Situation noch ein Mal vor Augen geführt hat, dass hier tatsächlich etwas sehr schief gelaufen ist. Ich wurde oft gefragt, warum ich meine Ex-Freundin nicht angezeigt habe. Es sind ihre sehr soziale Ader und ihr Einsatz für mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft, die mir am meisten helfen ihr zu verzeihen und die mich immer davon abhielten, sie wegen ihrer mangelnden Selbstkontrolle innerhalb unserer Beziehung anzuzeigen. Auch wenn sie mich verletzt hat, glaube ich nicht, dass sie ein böser Mensch ist, der eine Strafe verdient hätte.

Flächendeckende geschlechtssensible Hilfeangebote für Männer, die Opfer von Gewalt geworden sind, sind einzurichten.

Leider konnte ich Anfang März nicht am 25. Opferforum des Weissen Rings teilnehmen. Das war mein Zeil, da es einen Themenschwerpunkt „männliche Opfer von Gewalt“ geben sollte. In einem Kommentar von Tristan Rosenkranz auf meinem Beitrag zum Opferforum wurde ich jetzt auf die Resolution des 25. Operforums des Weissen Rings hingewiesen, von der der Familien und Gewaltschutzblog berichtete. Der letzte Punkt der Resolution sagt:

Aufklärung, Bewusstseinsförderung und Forschung über das Thema Gewalt gegen Männer sind dringend geboten. Flächendeckende geschlechtssensible Hilfeangebote für Männer, die Opfer von Gewalt geworden sind, sind einzurichten.

Ich bin positiv überwältigt davon und unterstütze dieses Statement voll und ganz. Ich habe in diesem Blog mehrfach darauf hingewiesen, dass auf Grund des vorherrschenden Rollenverständnis in unserer Gesellschaft männliche Opfer enorme weitere Belastungen erfahren können. Auch habe ich davon berichtet, wie das deutsche Gesundheitssystem zunächst völlig überfordert war, dass ich als Mann Opfer eines sexuellen Übergriffes durch eine Frau war.

Erst kürzlich habe ich von der Rentenversicherung meine Zusage für die Rehabilitation in der Wicker-Klinik in Bad Wildungen bekommen. Auf der Website fand ich 2 Bereiche, die für mich der Überschrift nach interessant sein dürften:

  1. Fachabteilung für Psychosomatik und Psychotherapie
  2. Fachabteilung für Traumatherapie

Natürlich dachte ich, dass bei einer Post Traumatischen Belastungsstörung auf Grund von häuslicher Gewalt die Fachabteilung für Traumatherapie das Richtige sein müsste. Ich las:

In unserer Fachabteilung behandeln wir hauptsächlich Frauen nach sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt in der Kindheit und Adoleszenz mit folgenden Erkrankungen: […]

Ich wurde skeptisch. Heißt hauptsächlich ausschließlich?

Allen therapeutischen Angeboten liegt ein traumaspezifischer Ansatz zugrunde, der in besonderer Weise die Fähigkeiten und Ressourcen jeder einzelnen Patientin berücksichtigt. Dabei sind alle angebotenen Therapien auf die Stabilisierung und Weiterentwicklung der Patientinnen ausgerichtet.

Ok inhaltlich wäre ein Ressourcen basierter Ansatz etwas, wovon ich sicherlich enorm profitieren könnte. Aber auf dem ersten Link für in der Fachabteilung für Psychosomatik und Psychotherapie wird ja immer von den Patienten und Patientinnen gesprochen.

Die Patientinnen sind in einem eigenen, abgegrenzten Wohnbereich untergebracht. Sie werden von Ärztinnen und Psychotherapeutinnen, Pflegepersonal und Kreativtherapeutinnen betreut, die auf trauma- und frauenspezifische Themen spezialisiert und darin besonders erfahren sind. Sie können sich deshalb besonders gut auf die soziokulturellen, sozialen und persönlichen Lebenswelten der Frauen einstellen.

Gut jetzt haben wir das wohl geklärt. Hauptsächlich heißt in Bad Wildungen wohl ausschließlich. Das fand ich sehr schade und machte mich traurig und frustrierte mich.

Klar kann ich verstehen, dass Frauen nach einem Trauma auf Grund eines sexuellen Übergriffes durch einen Mann erst mal in einer gesonderten Wohngruppe untereinander sein wollen, um sich geschützt zu fühlen. Nachdem ich in die Psychiatrie kam hatte ich Angst und Scham, sobald Frauen in meiner Nähe waren und ich wäre sicherlich zunächst nicht alleine in einen Raum mit einer Frau gegangen.

Doch wo ist mein maßgeschneidertes Hilfsangebot mit Männerspezifischen Themen bzw. das für die anderen männlichen Opfer?

[…] Nach Möglichkeit werden bei uns auch für die krankengymnastischen, sporttherapeutischen und balneophysikalischen Anwendungen ausschließlich weibliche Fachkräfte eingesetzt.

  • Was ist mit männlichen Opfern sexueller Gewalt, die einen männlichen Täter hatten?
  • Oder weibliche Opfer mit weiblichem Täter?
  • Haben die alle in unserer Gesellschaft einfach Pech gehabt?

Ich habe Glück und werde – da ich in meinem Gesundungsprozess mittlerweile recht weit bin – vermutlich auch von dem Angebot der Fachklinik für Psychosomatik und Psychiatrie viel profitieren. An einer anderen Stelle auf der Website steht ja auch, dass sich das Angebot für Frauen von den direkten Therapieangeboten kaum von dem der Fachabteilung für Psychosomatik und Psychiatrie unterscheidet. In dem Sinne wurde und wird mir als Mann auch in unserem Gesundheitssystem, welches ich hier so scharf kritisiere geholfen.

Dennoch existiert immer noch eine stark sexistisch motivierte Diskrepanz, die wir als Gesellschaft hoffentlich auflösen können. Ich bin gespannt, ob der Weisse Ring durch seine Resolution wirklich etwas bewirken kann. Die öffentliche Forderung nach Aufklärung, Bewusstseinsförderung und Forschung über das Thema Gewalt gegen Männer und die Forderung nach flächendeckenden geschlechtssensiblen Hilfsangeboten für männliche Opfer unterstreiche ich jedoch ausdrücklich und begrüße den Schritt des Weissen Rings sehr.

Gewalt in Mert Matans Familie wird toleriert!

Das Web ist gerade voll von der Homophobie von Mert Matans Familie. Mert hatte vor versteckter Kamera behauptet er sei schwul und habe einen Freund, worauf er von seinem Vater eine Ohrfeige gefangen hatte. Das ganze Web echauffiert sich nun über die Schwulenfeindlichkeit der Matans z.B.:

Was mir aber viel zu kurz kommt bei der ganzen Aktion ist Mitgefühl für Mert Matan. Auch wenn es sich um einen leichtsinnigen, unüberdachten und pupertären Streich gehandelt hat, finde ich die gewaltvolle Reaktion seines Vaters hoch problematisch. Unterstrichen wird das Ganze auch noch in dem Statement von Mert Matan. Nachdem er einen Shitstorm im Web erlebt hatte betonte er in diesem, dass seine Familie nicht schwulenfeindlich ist und dass sein Vater bzw. seine Familie schon mal etwas tempramentvoll ist.

Meiner Meinung nach rechtfertigt Mert Martan damit das Handeln und die Schläge seines Vaters. Geht man nach Alice Miller, lässt das Ganze tief blicken. Es liegt die Vermutung nah, dass Mert nicht zum ersten Mal einen Übergriff durch seinen Vater erlebt hat. In dem Video konnte man auch sehen, dass die Mutter sich schützend zwischen die beiden warf.

In seinem Gay Prank Experiment Video weißt Mert darauf hin, dass die Reaktion des Vaters nur geschauspielert war – und dass es diesem nicht leicht gefallen sei, seinen Sohn zu schlagen. Er richtet damit auch zum ersten Mal das Augenmerk auf die Thematik von Gewalt in Familien. Selbst wenn dem so ist und es sich nicht, um eine den Vater schützende Reaktion handelt, untermauert ein solches Script, dass der Familie es als eine natürliche / plausible Reaktion erschien, mit Gewalt zu reagieren.

Ich bin mir nicht sicher, ob Mert Matan dringend Hilfe benötigt? Eine Anzeige seines Vaters bei der Polizei macht vermutlich keinen Sinn, da Mert in dem Gay Prank Experiment Video klar öffentlich sagt, dass sein Vater ja nur geschauspielert hat. Gewalt in Familien ist und bleibt ein Problem in unserer Gesellschaft und auf eine gewisse Art und weise bin ich froh, dass durch Mert Matans aktion dieses Theme (un?)gewollt hoch gekommen ist.

Schulden können auch sehr brutal sein! Deswegen: #unverschuldet

Als ich meine aktuelle Freundin kennen lernte hatte sie Konsumschulden von 10’000 Euro. relativ schnell bermerkte ich, dass mit ihrem Konsumverhalten etwas nicht stimmt und nach ca. 3 Monaten sprach ich sie darauf an. Wir hatten 2 Tage lange viel ernste und sehr emotionale Gespräche. Ich bot ihr meine Hilfe an. Heute kann ich mit Stolz berichten, dass meine Freundin schuldenfrei ist. Sie hat das vor allem erreicht, weil sie ihre innere Einstellung zu Konsum verändert hat und ihre Bedürfnisse überdacht hat. Vor allem war sie sehr konsequent und eisern.

Wir haben uns entschieden über das was wir in der Zeit gelernt haben sprechen zu wollen. Wir wollen Menschen helfen und motivieren, ihre Finanzprobleme auch in den Griff zu bekommen und anzupacken, da wir gesehen haben was die Entschuldung für eine positive Auswirkung auf meine Freundin und unsere Beziehung hatte. In Deutschland sind 6.7 Mio Haushalte überschuldet. Mehr als die Hälfte davon hat weniger als 25 Tausend Euro Schulden. Eine Zahl, die zu großen Mengen an Zinsen führt und die monatliche finanzielle Bealstung der Betroffenen noch erhöht. Es ist aber auch eine Zahl, die sich reduzieren lässt! Schaut und teilt bitte unseren Youtube Kanal #unverschuldet. Auch wenn ihr selbst nicht betroffen seid, so sind es vielleicht ein Teil eurer Freunde oder deren Freunde…

Hier ein emotionales Beispiel Video in dem meine Freundin erzählt, wie es für sie war, mit mir darüber zu reden.

Gewalt gegen Männer als Schwerpunktthema des 25. Opferforum des Weißen Ring – Interview mit Karl Günther Theobald

Vor einiger Zeit habe ich auf der Website des Weißen Rings gesehen, dass am 7. und 8. März 2016 in Mainz das 25. Opferforum des Weißen Rings statt findet. Mit Freude stellte ich fest, dass ein Themenschwerpunkt Gewalt gegen Männer am 2. Tag geplant ist bei dem 3 Sprecher eingeladen sind:

  1. 09:00 Uhr: Verletzt? – bin ich nicht! (Online-)Beratung
    für MännerDetlef Vetter, man-o-mann Männerberatung Bielefeld
  2. 09:40 Uhr: Jungen und Männer als Opfer von sexuellem
    Missbrauch Thomas Schlingmann, Tauwetter e. V., Berlin
  3. 10:20 Uhr: Zur Situation von männlichen Opfern
    Ludger Jungnitz, www.mensstudies.de, Berlin

Zunächst ein Mal war ich hoch erfreut, dass das Thema Gewalt gegen Männer endlich ein Mal nicht totgeschwiegen wird, sondern von einem Interessenverband wie dem Weißen Ring aufgegriffen wird. Ich schrieb in der Vergangenheit ja über meine Erfahrungen, dass männliche Opfer oft strukturelle Gewalt erleben, weil in unserer Gesellschaft männliche Opfer eben nicht akzeptiert zu sein scheinen.

Ich wurde neugierig, wie es zu diesem Themenschwerpunkt kam und kontaktierte den Weißen Ring mit der Bitte mich mit dem Orga-Team um das Opferforum in Verbindung zu setzen. Ich wurde an den verantwortlichen Organisator Dipl. Psychologe Karl-Günther Theobald – der psychologischen Beistand für die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Opfertelefons des Weißen Rings betreibt – verwiesen und hatte mit ihm ein sehr interessantes Telefonat zu dem Opferforum und der Thematik um Gewalt gegen Männer, dessen Inhalte ich hier mit seiner freundlichen Genehmigung mit der Allgemeinheit teilen darf:

Bild kommt aus der Kampagne Zeig Zivilcourage des Weißen Rings

Zunächst erklärte mir Herr Theobald, dass die Frage nach dem Grund für den Themenschwerpunkt schwierig zu beantworten sei. Dennoch betonte er, dass das Opferforum natürlich eine politische Veranstaltung sei. Er erklärte mir, dass bei den insgesamt ca. 25’000 Kontakten des Weißen Rings mit Opfern ca. 1/3 männlich sind, dass aber sein Eindruck ist, dass männliche Opfer in unserer Gesellschaft einfach nicht anerkannt sind.  Er betonte, dabei dass das natürlich auch bedeutet, dass männliche Opfer unter Männern auch nicht anerkannt sind und dass sich da natürlich die Katze in den Schwanz beißt.

„Unsere Gesellschaft hat keinen Platz für männliche Opfer.“

Auch wenn die Tatsache als solche unschön ist, fand ich es sehr erleichternd es auch Mal aus einem anderen Mund  und vor allem aus dem eines Experten zu hören. Herr Theobald sagt, dass die Gesellschaft das gut spiegelt, da es eben keine expliziten Hilfsangebote für männliche Betroffene gibt. Er differenzierte dabei zwischen häuslicher Gewalt und öffentlicher Gewalt. Im Bereich öffentlicher Gewalt sei es klar, dass die meisten Opfer überwiegend männlich sind (auch mit einer Großzahl an männlichen Tätern). Bei häuslicher Gewalt sei schon der überwiegende Teil der Kontakte des Weißen Rings weiblich. Genau könne Herr Theobald das jedoch nicht sagen, da für den Weißen Ring die Bedürfnisse der Opfer vorrangig sind und weil eben keine genauen Statistiken über die Delikte erhoben werden. Wenn der weiße Ring nach Delikten schaut, werden nur die Straftaten erfasst und es sei bei der Vielzahl an Körperverletzungen nicht klar, wie viele davon auf häusliche Gewalt zurück zu führen seien.  Diese Erklärung fand ich auch sehr plausibel.

Ich fragte Herrn Theobald, ob der Weisse Ring denn Statistiken über emotionale und psychische Gewalt im Vergleich zu körperlicher Gewalt habe. Mir wurde von seiner Seite erklärt, dass der Weiße Ring nach seiner Satzung primär Opfer von Straftaten unterstützt und dass im deutschen Gesetz bis auf wenige Ausnahmen z.b. der Stalking Paragraph, nur körperliche Gewalt als Straftat gesehen wird. Der Weiße Ring habe lediglich durch seine Arbeit im Bereich der Prävention z.B. bei dem Thema Mobbing mit diesen Formen von Gewalt zu tun. Da sich Mobbing aber nicht im Kontext häuslicher Gewalt abspielt, könne er mir hier zu auch keine verlässliche Auskunft geben.

Ich erkundigte mich, ob er Angebote zum Thema emotionale Gewalt kennen würde. Er meinte da gibt es eine ganze Reihe von Institutionen und Angeboten, die sich damit auseinander setzen. Es gebe die Ehe und Lebensberatungen, den Arbeitskreis häusliche Gewalt und natürlich noch das ganze Thema Kinderschutz. Problematisch sei seiner Meinung, dass gerade bei emotionaler Gewalt, wie auch bei körperlicher Gewalt, schnell das Opfer als die verantwortliche Person abgestempelt wird und es somit für die Opfer nicht leicht sei.

Ich berichtete von meinen Erlebnissen, mit der Caritas, die eine Stelle für Opfer häuslicher Gewalt hat, mich aber mit dem Hinweis vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert zu sein und somit nur Gelder für Maßnamen für weibliche Opfer häuslicher Gewalt zur Verfügung stünden. Wir waren also wieder am Anfang des Gesprächs angelangt. Herr Theobald sagte – wie ich fand – scherzhaft:

Ich nenne es immer das Ministerium für alle außer mich.

Dennoch war ich erfreut, dass ich auch hier nicht alleine war zu erkennen, dass da strukturell etwas schief läuft. Ich nahm also den Begriff strukturell Gewalt gegen Männer in den Mund. Herr Theobald hielt dagegen, dass es jetzt kompliziert bis absurd würde. Strukturelle Gewalt richte sich ja per Definition nach Johan Galtung stets gegen eine von der Gesellschaft als unterprivilegierte Gesellschaftsschicht betrachtete Gruppe an. Auf Grund der patriachalen Strukturen seien Männer nun in der priviligiertesten Gesellschaftsschicht und damit natürlich als Opfer wieder nicht akzeptabel.

Wir einigten uns darauf, dass genau das die Crux des Problems ist und dass wir nun erst ein Mal das Opferforum, mit seinem Schwerpunktthema abwarten wollten. Wer weiß, ob durch die Öffentlichkeit eine weitere Sensibilisierung für das Thema möglich ist?

Ich persönlich habe bislang immer nur den gelegentlichen Zeitungsartikel gesehen, bei dem auch mal ganz stigmatisiert erwähnt wurde, dass männliche Opfer existieren. Damit sich hier gesellschaftlich etwas verändert, müssten sich meiner Meinung nach männliche Opfer vernetzen und gemeinsam aktiv werden. Auch eine Zusammenarbeit mit weiblichen Opfern, die schon viele Strukturen und Hilfsangebote am Laufen haben ist meiner Meinung nach essentiell. Das Opferforum des Weißen Rings kann meiner Meinung nach ein toller Auftakt sein, weshalb ich plane daran teilzunehmen.

Meine Freundin liest heimlich meine Emails! Umgang mit Eifersucht als Gewaltform

In diesem Artikel beschreibe ich, wie vor ca. 5 Monaten meine Freundin meine Mailbox gelesen hat und wie ich mit diesem gewaltvollen Verhalten umgegangen bin. Vorab: Obwohl ich sehr enttäuscht war, dass ihr in dem Moment ihre Gefühle durchgegangen sind und obwohl ich ihr Verhalten als sehr gewaltvoll empfand konnten wir diesen Konflikt gut klären. Ein Schlüssel zur erfolgreichen Klärung waren meine Mitgefühlsmeditationen, die ich in der Situation verstärkt durchgeführt habe. Mit diesem Artikel möchte ich Wege aufzeigen, wie man auf häusliche Gewalt reagieren kann, ohne dass es zu Gegengewalt kommt. Wem die 1700 Wörter zu lang sind: Im Fazit am Ende des Artikels schlage ich 7 einfache Punkte zur gewaltfreien Unterbindung von Grenzüberschreitungen vor. 

Vor ca. 5 Monaten schrieb mir meine Freundin eine sehr seltsame Email. Für mich zu diesem Zeitpunkt sehr überraschend, stellte sie mein Commitment in unserer Beziehung in Frage und wunderte sich, ob ich sie überhaupt lieben würde. Das war kurz nachdem sie einen Job an meinem Wohnort angenommen hatte und einem Monat vor ihrem geplanten Umzug zu mir. Zuvor hatten wir ein Jahr lang eine Fernbeziehung.

Wir telefonierten und es war ein sehr seltsames Gespräch irgendetwas war ganz anders und ich verstand einfach nicht was. Ich konnte ihre Fragen nicht beantworten, verstand aber auch nicht wo sie herkamen. Da wir beide merkten, dass das Gespräch nicht voran ging beschlossen wir zu einem anderen Zeitpunkt weiter zu sprechen. Bei unserer nächsten Unterhaltung sprach ich meine Freundin auf ihre Vorwürfe an und erklärte, dass ich überhaupt nicht verstehen würde wo diese her kamen (Ich glaube ich hatte auch noch eine Mail geschrieben, in der ich versuchte auf sie einzugehen). Sie druckste rum. Ich realisierte, dass sie mir offensichtlich etwas zu sagen hatte, wofür sie sich schämte und sich schwer damit tat.

Da wir solche Situation schon in beide Richtungen hatten und in der Vergangenheit immer recht gut damit umgegangen sind, versuchte ich ihr den nötigen Raum zu geben. Sie auf der anderen Seite nahm all ihren Mut zusammen und teilte mir mit, dass sie in meiner Abwesenheit an meinem Computer meine Mailbox geöffnet habe und meine Mailwechsel und Chatgespräche mit meiner Exfreundin gelesen habe. Sie begründete ihr Verhalten mit der Tatsache, dass sie Angst hatte, das meine Exfreundin einen höheren Stellenwert in meinem Leben haben könnte als ich es in Gesprächen dar legte. Sie sei einfach irritiert davon, dass ich noch so viel Kontakt mit ihr hätte obwohl ich in dieser Beziehung so viel häusliche Gewalt erlebt hatte.

 

Überwachung von Mails ist bereits häusliche Gewalt

Ich war schockiert, entsetzt, enttäuscht und traurig. Meiner Meinung nach war unsere Beziehung von einer enormen Offenheit und von viel Vertrauen geprägt. Wäre meine Freundin mir mit ihrer Angst begegnet und hätte sie mich gefragt, ob sie meine Mailbox lesen dürfe, so hätte ich ihr das vermutlich direkt erlaubt. Doch dass sie es einfach gemacht hatte, ohne mich zu fragen empfand ich als eine Grenzüberschreitung und letztlich als einen Akt von Gewalt. Von der Härte und dem Ausmaß her nichts, was auch nur nah an meine letzte Beziehung ging. Dennoch war ich überhaupt nicht einverstanden mit dem was da passiert war. Ich war aus mehreren Gründen in einer schweren Lage.

  1. Ich habe in der Therapie gelernt wie wichtig es bei Grenzüberschreitungen und nicht konsensualem Verhalten ist deutlich NEIN zu sagen und dieses Nein auch umzusetzen. Wehret den Anfängen. Es war das erste von mir bewusst erlebte gewaltsame Verhalten meiner Freundin. Ich hatte starke Angst erneut in eine Gewaltbeziehung geraten zu sein.
  2. Es triggerte unweigerlich Erinnerungen an die häusliche Gewalt, die ich in meiner letzten Beziehung erfahren habe.
  3. Ich habe in der Beziehung auch gelernt, wie wichtig es ist Mitgefühl für Täter zu entwickeln.

@1: Ich habe gelernt, dass Grenzen ziehen im Zweifel durch abgrenzen und weggehen funktioniert. Ich wollte zu diesem Zeitpunkt unsere Beziehung jedoch gar nicht beenden, da ich sie wie Eingangs beschrieben als außergewöhnlich gut empfand. Ich machte mir Sorgen, dass das Äußern meines Unmutes über ihr Verhalten als Grenze nicht reichen könnte. Ich wollte aber auch nicht mit einer Trennung drohen, weil das nicht mal ein gutes Grenzen ziehen, sondern auch ein gewaltvolles Verhalten wäre. Ich wollte also eine Grenze ziehen, wusste aber nicht wie.

@2: Zum Glück habe ich in meiner Therapie gelernt, dass ich für meine Bewertungsschemata und Emotionen verantwortlich bin und nicht meine Freundin. Natürlich war ihr Verhalten an dieser Stelle nicht ok und hatte die Konsequenz, das ich mich – auf Grund meiner Vorerfahrungen – besonders schlecht gefühlt habe. Jedoch ist meine Freundin nicht Schuld an meinen Vorerfahrungen. Insbesondere ist sie nicht Schuld daran, dass ich ihr aktuelles Verhalten an meine Vorerfahrungen knüpfe. Die wichtige Erkenntnis ist hier also, dass es mir schlecht ging, ich aber trotz ihres Verhaltens sie dafür nicht verantwortlich machen sollte.

@3: Das war die Gretchenfrage! Wie schon gespoilert. Mitgefühl war der wesentliche Punkt um den Konflikt zu beseitigen. Wenn gleich auch der für mich schwierigste. Schwierig, weil ich eine sehr starke Diskrepanz zwischen Mitgefühl und Grenzen ziehen sehe. Wenn ich Mitgefühl mit einem bestimmten Verhalten habe, dann verzeihe ich es. Dann würde ich es auch noch einmal durch gehen lassen. Dann hätte ich keine Grenze gezogen. Wie ließen sich 1 und 3 also vereinen?

Ich spiegelte meiner Freundin meine Emotionen von Enttäuschung und Traurigkeit. Ich betonte gleichermaßen, dass ich ihr handeln als gewaltvoll und als einen Konsensbruch wahr nehmen bzw. bewerten würde. Ich erwähnte jedoch auch, dass ich glaube, dass sie in einer viel schwierigeren Situation sein müsse als ich, da sie gerade zu mir zieht und einen starkes Commitment eingeht und dafür sich natürlich Sicherheit wünscht. Darüber hinaus bat ich darum, das Telefonat zu beenden, damit ich über die Sachen nachdenken und meditieren könne. Meine Freundin weiß, dass ich in belastenden Situationen oft Mitgefühlsmeditationen mache. Ich glaube ihr ist – bis sie diesen Artikel hier liest – nicht so bewusst, dass ich bestimmt 1 bis 2 mal pro Monat explizit mit ihr in der Hauptrolle diese Meditationen durchführe.

Ich dachte über meine Punkte 1 bis 3 nach bevor ich mit der Mitgefühlsmeditation begann. Ich wollte auf keinen Fall durch eine Mitgefühlsmediation meine „Gehirn waschen“ und ihr blind verzeihen. Es war mir gerade auf Grund meiner Erfahrungen extrem wichtig eine plausible und authentische Grenze zu ziehen. Diesem Wunsch und Bedürfnis galt es für mich unter allen Umständen nachzukommen. Ich erlaubte mir über Trennung nachzudenken. Ich erkannte, dass ein kategorisches Ablehnen von Trennung nur eine Einladung zu gewaltvollem Verhalten ist. Ich erkannte, dass ich es mir also selbst wert sein musste, eine Trennung als Antwort nicht kategorisch auszuschließen.

Ich begann zu meditieren. Ich ließ mich immer weiter auf die Situation und das Verhalten meiner Freundin ein. Ich verstand immer besser, was ich oben bereits geschrieben hatte. Sie hatte einfach Angst. Sie hatte impulsiv in einer Situation wo sie die Gelegenheit hatte gehandelt, ohne sich in diesem Moment über die Konsequenzen bewusst zu sein. Sie hatte ein schlechtes Gewissen und zeigte Reue. Vor allem aber litt sie in der aktuellen Situation viel mehr als ich. Sie wusste, dass ich jetzt irgendwie reagieren würde. Sie fühlte sich unterlegen, weil ich jetzt sozusagen Macht hatte zu reagieren bzw. dass sie das Gefühl hatte jetzt in meiner Schuld zu stehen (Wir sprachen, davor oder danach auch mal über diesen Punkt und ich weiß aus erster Hand, dass sie diese Gefühle hatte). Mit all diesen Feststellungen und sogar dem Wissen, das Trennung eine Konsequenz sein konnte, war es ein Kinderspiel Mitgefühl für ihr Verhalten zu entwickeln.

Wie schrecklich es für meine Freundin sein musste, mich so zu verletzten, nur weil sie ihre eigenen Gefühle nicht aushielt. Wie sie jetzt leiden musste. Nach ca. 15 Minuten war ich an dem Punkt, dass ich ihr aufrichtig verzeihen konnte. Neben dem Mitgefühl entwickelte ich sogar Mitleid (was by the way keine so gute Strategie zu sein scheint, da Mitleid in der Regel mit einer ordentlichen Portion Arroganz verknüpft ist) Ich meditierte weiter. Nun nahm ich mich in den Mittelpunkt. Meine schwierigen Gefühle meine Irritation zum Thema Grenzen ziehen. Ich realisierte, dass es eben meine Gefühle waren, für die ich die Verantworten hatte. Ich verstand, dass ich keine andere authentische Grenzen ziehen konnte, als zu betonen, dass ich die Handlung uncool fand und warum.

Das tat ich auch. In weniger als 1 Woche vom Zeitpunkt der Grenzüberschreitung konnten wir den vermeidlichen Konflikt auflösen. Es stellte sich auch heraus, dass es von außen betrachtet keinen Grund zur Eifersucht auf meine Exfreundin gab. Doch genau das ist einer der wichtigen Punkte, um Gewalt zu unterbinden. der Blick von außen oder vermeidliche Objektivität helfen hier überhaupt nicht weiter. Meine Freundin hatte Angst, war verunsichert und fühlte sich unterlegen. Sie handelte aus Hilflosigkeit und Verzweiflung. Das sind gute Gründe. Hätte ich diese nicht akzeptiert und wäre ich dafür nicht empathisch gewesen – was mir vor allem durch die Mitgefühlsmeditation gelang – wäre der Konflikt sicherlich anders und vermutlich mit deutlich mehr Konfrontationen verlaufen.

Als ich sie vorhin fragte, ob es ok sei, wenn ich über diesen Vorfall in dem Blog schreibe sagte sie:

Klar aber nur wenn du beschreibst was für ein komisches Verhalten du an den Tag gelegt hast. Ohne das hätte ich das ja niemals gemacht.

Diese Aussage finde ich erschreckend. Sie untermauert ein Gefühl von nichts unrechtes getan zu haben und aus plausiblen Gründen gehandelt zu haben. Selbst wenn ich sogar durch gewaltvolles Verhalten die Eifersucht meiner Freundin geweckt hätte, wäre meiner Meinung nach Gegengewalt in dieser Form keine legitime Reaktion. Auf der anderen Seite untermauer ihre Aussage auch noch ein Mal dass sie für sich eben sehr plausible Gründe hatte.

Fazit:

Grenzüberschreitungen passieren leider in Beziehungen. Es liegt an uns selbst mit diesen verantwortungsvoll umzugehen. Hilfreiche Schritte können sein:

  1. Bei einer Grenzüberschreitung unserer Partnerin uns unseren eigenen Gefühlen bewusst werde. (Stichwort Achtsamkeit)
  2. Selbst die Verantwortung für die eigenen Gefühle übernehmen, auch wenn sie das Resultat einer Grenzüberschreitung sind.
  3. Mitgefühl mit der Partnerin zu entwickeln, die diese Grenze sicherlich nicht aus böswillig überschritten hat.
  4. Der Partnerin das Mitgefühl spiegeln und ihre Gefühle und Emotionen in der Situation ernst nehmen.
  5. Eine klare Position beziehen und betonen, dass man Gewalt ablehnt.
  6. Die Bereitschaft zur Verzeihung signalisieren.
  7. Gemeinsam über Möglichkeiten zur Wiedergutmachung (in beide Richtungen!) nachdenken

Ich freue mich über bessere Vorschläge, als die in diesem Artikel beschriebenen. Hinterlasst mir gerne einen Kommentar oder Pingback. Gerne könnt ihr mir auch eine Mail schreiben.